Freitag, 14. Oktober 2011

Tach auch!

Blattkritik
Über Humor lässt sich nicht streiten. Und vielleicht ist die Jahrzehnte alte Kolumne auf der Titelseite der Bremen-Seiten des Weser-Kurier ja auch gar nicht lustig gemeint. Hier schreiben Leute aus der Redaktion täglich unter dem Titel "Tach auch!" über - ja, was eigentlich? Heute zum Beispiel über zwei Kinder, die mit Luftballons spielen, bis Opa aus Versehen einen kaputt tritt. 
Wie, bitte? Sie verstehen die Pointe nicht? Dann haben Sie das einzige Prinzip von "Tach auch" noch nicht verstanden: Es gibt keine! "Tach auch!" ist, als würde man jemandem dabei zuhören, einen Witz zu erzählen, den er gerade vergessen hat. "Tach auch" ist altbackener als Harald Schmidt und Thomas Gottschalk zusammen. "Tach auch" ist schlechtester und grundlegend falsch verstandener Lokaljornalismus (denn das ist eine weitere Konstante: mindestens einmal muss - auf Biegen und Brechen - ein bremisches Wort vorkommen. Heute: "die Lütten"). "Tach auch" ist ein "Streiflicht" ohne Taschenlampe. "Tach auch" ist Platzverschwendung in Spalte. "Tach auch" ist harmlos wie eine Miezekatze ohne Fell und unnütz wie ein Oktoberfest in Bremen. "Tach auch" ist die nette  Einlullung des Lesers  - und nett ist die große Schwester von ... na, Sie wissen schon (dieses unbremische Wort). "Tach auch" ist der unterirdische Gegenentwurf zum "Papierstau" "Tach auch" ist: zum Abschaffen. Nacht auch, "Tach auch!" (ab)     

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